PAPIERFISCHCHEN.info

Lebensweise

Mit einem Alter von 350 Millionen Jahren gehören Papierfischchen mit zu den ältesten Hexapoda bzw. Insektenarten der Welt. Im Laufe der Evolution waren sie kaum gezwungen, sich anzupassen. Die eher primitiven Lebewesen mit ihren extrem facettenarmen kleinen Augen stellen ein Erfolgsmodell dar. Ursprünglich entstammen sie den subtropischen Regionen. Wann und von wo sie aber genau hergekommen sind, weiß man nicht. Doch die Verbreitung muss recht schnell gegangen sein. Erst vor zehn Jahren wurden Papierfischchen zum ersten Mal in Deutschland entdeckt. Gefunden wurden sie in z.B. Düsseldorf, Köln, Koblenz, Frankfurt, Berlin und jetzt auch in Österreich im Vorarlberg. Man findet die etwa 1,5 Zentimeter großen Krabbeltiere in Gebäuden an allen möglichen Orten, ob feucht oder trocken. In den Niederlanden begannen die Papierfischchen zuerst Neubauten der vergangenen 10-20 Jahre zu beziehen.

Amsterdam

Niederlande

Die befallenen Häuser waren gut wärme- und feuchte-isoliert, also eher trocken, kaum unter 20 °C „kalt“, meist so um die 22-24 °C. Perfekt also für die Papierfischchen, die es sich in der Fassadenisolierung gemütlich machen, durch Ritzen im Sockel zwischen Wand und Fußboden wandern oder oftmals jahrelang unentdeckt in Papier-Kartons mit alten Briefen und Dokumenten oder hinter Wandvorhängen leben. Benötigte Feuchtigkeit, die sie zum Leben brauchen, holen sie sich mit dem Anus aus der Umgebungsluft.

Sockelleiste als Versteck für Papierfischchen

Das Grauen hinter der Sockelleiste

Vermutlich kamen die Papierfischchen mit den Buren aus Südafrika nach Holland. Papierfischchen besiedeln nicht nur Wohnungen und Industrie-Papierlager, sondern bedrohen auch wertvolle Bücher und Dokumente in Archiven, Bibliotheken und Museen.

Da sie sich anders als die übrigen Fischchen und die meisten anderen papierfressenden Insekten auch im trockenen Archiv- und Magazinklima (bis knapp 50 % relative Luftfeuchte, Raummitte gemessen!) optimal vermehren, werden als besonders schädlich angesehen.

Im Archiv

Papierfischchen - Gefahr für Archive

Da sie sich anders als die übrigen Fischchen und die meisten anderen papierfressenden Insekten auch im trockenen Archiv- und Magazinklima (bis knapp 50 % relative Luftfeuchte, Raummitte gemessen!) optimal vermehren, werden als besonders schädlich angesehen.

Archiv

Messgerät für Luftfeuchtigkeit

Papierfischchen können auch den Leim oder die Zellulose eines Buches verwerten, wobei Schabefraß an der Oberfläche oder ein Lochfraß an den Objekten resultiert. Sogar Hausstaub und die Hautschuppen darin bilden ebenfalls eine Nährstoffquelle. Hier konkurrieren sie mit Hausstaubmilben. Archive mit wertvollen Altbeständen sind besonders bedroht, wenn sie neue Kartonagen erhalten, Papier-Verpackungen oder Druckerpapier. Papierfischen sehen Silberfischen mit dem grauschuppigen abgeplatteten Körper und den zwei langen antennenartigen Fühlern sehr ähnlich, sind allerdings mit bis zu 15 mm etwas größer. Ein weiteres deutliches Unterscheidungsmerkmal sind die drei borstenartigen Fortsätze, Cerci genannt. Beim Papierfischchen sind diese sehr prägnant ausgebildet und beinahe so lang wie der gesamte Fischchenkörper. Die Cerci (Schwanzfäden) des Silberfischens sind jedoch wesentlich kürzer.

Papierfischchen

Silberfischchen

Die Lebensspanne von Papierfischchen variieren je nach Umweltbedingungen von 6 bis 10 Jahren. Die Larven benötigen ca. 3 Jahre, um die Geschlechtsreife zu erlange, dann legen sie ca. 45-55 Eier pro Jahr.

Schieberegale

Fallen für Papierfischchen

Gemälde

Bibliothek